25 Jahre Denkmal Förderturm Bönen –
Ein Erinnerungsort mit vielen Bedeutungen

Zeche Königsborn III / IV

Kleine Geschichte des Denkmals Förderturm Bönen


Am 27.2.1990 war es soweit: nach mehrjährigen Denkmalsetzungsverhandlungen wurde der Förderturm über dem Schacht 3 / 4 der Zeche Königsborn in Abstimmung mit dem Westfälischen Amt für Denkmalpflege als Baudenkmal in die  Liste der Denkmäler der Gemeinde Bönen eingetragen.
Die  Gemeinde Bönen als Untere Denkmalbehörde ergriff im Jahr 1986 die Initiative, den Förderturm als einzig verbliebenes Relikt der ehemaligen Zeche Königsborn 3 / 4  unter Denkmalschutz zu stellen, weil aus „wissenschaftlichen und städtebaulichen Gründen“ ein öffentliches Interesse  an der Erhaltung und Nutzung des Baudenkmals bestehe.
Es folgte ein nach dem Denkmalschutzgesetz vorgeschriebenes  Anhörungs- und Eintragungsverfahren, das 1990 zu einem erfolgreichen Abschluss gekommen war: Bönen hatte nun ein gewaltiges Denkmal, das nach §1 des Denkmalschutzgesetztes NW zu „schützen, zu pflegen, sinnvoll zu nutzen und wissenschaftlich zu erforschen“ war.

Dieser  Verpflichtung nach zu kommen erwies sich in den kommenden Jahren als eine wahre Herkulesaufgabe:
Professionelle aus Gemeindeverwaltung Bönen, Städtenetzwerk, Landesentwicklungsgesellschaft, Ruhrkohle AG, Bergamt u.s.w. und ehrenamtlich engagierte Bürgerinnen und Bürger vom Kulturnetzwerk Bönen über den Förderverein Zeche Königsborn III/IV bis hin zur Bürgerstiftung, die seit 2003 in Kooperation mit der Gemeinde Bönen den Förderturm betreibt, stemmten schließlich dieses Werk.

Das Denkmal  Förderturm Bönen ist heute ein öffentlich zugänglicher und lebendiger Ort für die verschiedensten Nutzergruppen.

Denkmale sind in wissenschaftlicher Hinsicht Gedächtniszeichen, die dauerhaft an Ereignisse, Personen, Gruppen, bedeutende Zeiten, Glück und Unglück erinnern.
Denkmale sind Erinnerungsorte für eine Gesellschaft und ihre verschiedenen Erinnerungsgemeinschaften.
Denkmale können sich in ihrem Bedeutungsgehalt ändern und unterschiedlich von den verschiedenen Erinnerungsgruppen genutzt werden.

Das Denkmal Förderturm Bönen ist heute ein Erinnerungsort für verschiedene Erinnerungsgemeinschaften mit je eigenen Erinnerungsbedürfnissen:
  • Für bauhistorisch Interessierte ist der Turm das Beispiel eines industriebaulichen Meisterwerks des berühmten Architekten Alfred Fischer aus dem Jahr 1928, das heute als Landmarke „Ostpol“ das Ortsbild Bönens eindrucksvoll prägt.
  • Für die Gemeinde und die Region ist der Förderturm ein Symbol des Strukturwandels und erinnert an den Wandel vom alten Bergbaustandort zum heutigen Denkmal der Industriekultur und Förderort für Kultur und Begegung. Der Ostpol ist in seiner Intention als industriekultureller Standort also auf Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gerichtet.
    Der Yellow Marker des Lichtkünstlers Mischa Kuball setzt diese Bedeutung ästhetisch um: wo früher Kohle unter Tage abgebaut wurde, wird heute Kultur und Begegnung über Tage gefördert.
  • Für viele ehemalige Bergleute und Bönener  steht der Turm als  Erinnerungsort  für die Zeit des Ruhrbergbaus, für schwere und gefährliche Arbeit auf der Zeche Königsborn III/IV , er erinnert aber auch an  Umweltschäden durch sichtbare und unsichtbare Luftverschmutzung und Bodenverseuchung.
  • Für eine Gesellschaft, die sich Rechenschaft über ihre Vergangenheit ablegt, erinnert der Förderturm an die Zwangsarbeit in Bönen im zweiten Weltkrieg. Eine künftige Gedenkstätte zur posthumen Ehrung der Opfer der Zwangsarbeit in Bönen soll entstehen.
Text: Gerda Gnad


Die nächste Veranstaltung:

Der Grüffelo
24. Oktober 2017
Das Struwwelpeter-Puppentheater ist wieder in Bönen. >>Mehr

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